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Danny2009 Männlich

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24.02.2012, 12:03

Warum TV-Serien regelmäßig Pause machen

Viele von euch ärgern sich bestimmt hin und wieder mal darüber, dass die aktuell angesagte Lieblingsserie wieder einmal Pause macht, nachdem doch gerade erst eine neue Folge lief. Schlimmer noch: Schon vor der letzten neuen Folge gab es erst eine längere Pause. Dass man sich darüber dann ärgert, ist durchaus verständlich. Daher möchte ich euch hier wenigstens mal erklären, warum das überhaupt so ist.

Grundlegende Erkenntnisse

Die typische TV-Season der großen amerikanischen Sender (auch Networks genannt) geht in der Regel von Ende September bis Mitte Mai. Das entspricht einem Zeitraum von 35 Wochen. Rein theoretisch würde das bedeuten, dass man von einer Serie 35 Episoden am Stück zeigen könnte. Natürlich ist dem nicht so, denn die meisten Serien umfassen deutlich weniger Episoden. Logische Konsequenz aus dieser Erkenntnis: Eine Serie pausiert innerhalb dieser 35 Wochen.

Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass die Sender doch einfach 35 Episoden in Auftrag geben könnten und somit keine Pausen entstehen würden. In den frühen Tagen der Networks war solch eine Praktik auch durchaus üblich, in der heutigen Zeit ist das aber in dieser Form nicht mehr durchführbar. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur und greifen ineinander über.

Wirtschaftliche Gründe

Ausgehend von dem eben Erwähnten können wir nun festhalten, dass die meisten Serien in der Regel eher so um die 22.Episoden pro Staffel aufweisen. Dieser Richtwert macht aus finanzieller Hinsicht (aktuell) durchaus Sinn. In Zeiten, in denen das Geld sowieso schon knapp ist und die Konkurrenz für die Networks durch das Erstarken von Kabelsendern gewachsen ist (siehe Abb. 1), muss die Relation zwischen Werbeeinahmen und Produktionskosten natürlich umso mehr im Auge gehalten werden. Da die Networks durch geringere Quoten im Allgemeinen relativ betrachtet auch weniger durch Werbung einnehmen, kann die Produktion weniger Episoden natürlich Millionen sparen.

Abbildung 1


Die Prozentzahl, welche unter Rating angegeben ist (y-Achse), gibt an, wie viele Zuschauer aus allen TV-Haushalten (je TV-Season; x-Achse), welche durch technische Gegebenheiten die Möglichkeit besitzen, ein bestimmtes Programm zu verfolgen, zugesehen haben.

Es sollte erkennbar sein, dass das Networkfernsehen (dunkles blau) seit 1985 deutlich verloren hat, während das Standard-Kabelfernsehen (dunkles beige) in diesem Zeitraum einen großen Sprung nach vorne machte.

Wichtig zu wissen ist hierbei auch, dass sich Sender und Produktionsstudio die Kosten mehr oder weniger teilen, wobei die Kosten einer neuen Serie anfangs fast ausschließlich das Produktionsstudio trägt, während mit steigendem Alter der Serie in der Regel der ausstrahlende Sender selbst einen immer höheren Teil an diesen Kosten trägt. Gerade bei älteren Serien steigen die Kosten schnell in die Höhe, vor allem die Gehälter der Darsteller. Daher ist es, selbst wenn die Serie erfolgreich ist, ab einem gewissen Punkt für die Networks einfach nicht mehr lohnenswert, mehr Episoden produzieren zu lassen. Natürlich gibt es hin und wieder auch Ausnahmen, so sind Staffeln mit bis zu 24 oder sogar 25 Episoden durchaus möglich.

Betrachtet man daneben auch mal die Serienproduktion selber, stellt man fest, dass dieser Prozess heutzutage auch wesentlich mehr Zeit verschlingt, als noch vor ein paar Jahrzehnten. Zwar hat man durch den Fortschritt der Technik gewisse Prozesse durchaus verkürzen können, aber genauso geht ein großer Teil der Zeit dadurch heute auch in die Nachbearbeitung der aufgezeichneten Episoden. Generell ist der Zeitplan bei der Serienproduktion sehr eng gesteckt. Unter anderem auch aus diesem Grund ist es aus ökonomischer Sicht heutzutage einfach nicht mehr rentabel, bis zu 30 oder mehr Episoden einer Serie zu produzieren.

Programmtechnische Gründe

Neben diesen wirtschaftlichen Gründen eine Serie nicht über die gesamte TV-Season auszustrahlen, gibt es noch einige weitere Gesichtspunkte, warum es manchmal zu Pausen kommen kann. Grundsätzlich sind diese zwar eher programmtechnischer Natur, dienen aber letztlich natürlich auch wieder wirtschaftlichen Zwecken.

Wie eingangs schon festgehalten, gibt es eine Diskrepanz zwischen der Länge einer TV-Season (35 Wochen) und der Länge einer regulären Serienstaffel (~22 Episoden). Die Zeit, die eine Serie dann zwangläufig in Pause ist, wird aber nicht immer nur mit Wiederholungen der selbigen ausgefüllt, sondern unter anderem auch mit Pilotfolgen neuer Serien. Denn natürlich möchten die Sender auch neues Material dem Zuschauer näher bringen, um vielleicht die nächste Hit-Serie zu finden, mit der sich gutes Geld verdienen lässt. Auch daran wird deutlich, dass Pausen nötig sind, damit die Networks eben solche Serien (auch mal abseits des typischen Starts im September) testen können. Es würde also auch deswegen keinen Sinn ergeben, alle Serien auf über 30.Episoden zu bringen, da so genau diese Möglichkeit entfallen würde.

Daneben gibt es noch eine paar weitere Gründe. So kann es zu Pausen kommen, weil ein besonderes Event ansteht (z..B..Sportübertragungen) oder weil ein Feiertag bevorsteht, an dem zumindest die Networks in der Regel kein neues Programm zeigen. Natürlich gibt es noch weitere solcher Beispiele, aber aus Gründen der Relevanz und Übersichtlichkeit möchte ich an dieser Stelle darauf verzichten.

Verteilung von Pausen - Sweeps

Nachdem wir uns nun über die wichtigsten Gründe für Pausen innerhalb der TV-Season im Klaren sind, werfen wir nun mal noch einen kurzen Blick darauf, wie diese in der Regel verteilt sind, denn hier lässt sich nämlich ein Muster erkennen. Dazu müssen wir uns kurz mit der amerikanischen Quotenmessung beschäftigen. Der Hintergrund dieser Messung ist nicht, die Popularität einer Serie zu bestimmen, sondern dient nur dazu, die Werbepreise zu ermitteln. Je höher die Quote, umso mehr kann für einen Werbeblock verlangt werden. Diese Bestimmung erfolgt an bestimmten Terminen, den sogenannten Sweeps.

Es gibt im Jahr insgesamt vier solcher "Sweep"-Perioden (siehe Abb. 2), denn dabei handelt es sich immer um einen Zeitraum von vier Wochen. Drei davon fallen in den Bereich der TV-Season, nämlich die im November, Februar und Mai. Die Werte, die in diesen Zeiträumen gemessen werden, dienen dann als Basis dazu, die Werbepreise für das jeweilige Programm zu ermitteln.

Abbildung 2


Aus dem eben Gesagten sollte jetzt eigentlich klar geworden sein, dass die Sender natürlich genau in diesem Zeiträumen versuchen, ihr stärkstes Programm zu senden, das heißt in dem Fall möglichst regelmäßig neue Episoden einer Serie zu zeigen. Sollten in diesen insgesamt 12 Wochen "Sweeps" (die während der TV-Season) nur neue Folgen gezeigt werden, bleiben bei einer Standardstaffel von 22 Episoden nur noch 10 Wochen weiteres Sendematerial übrig, was auf die restlichen 23 Wochen der TV-Season verteilt werden muss. Damit bleiben also in der Regel 13 Wochen übrig, die mit Wiederholungen oder anderweitigem Programm gefüllt werden müssen.

Daraus lässt sich nun zumindest eine gewisse Grundform ableiten: Neue Serienfolgen laufen oft von Ende September (Start der TV-Season) bis Ende November/Anfang Dezember (Ende der ersten "Sweep"-Periode), gehen dann in Pause, um im neuen Jahr (Anfang/Mitte Januar) wieder zu starten und Ende Februar/Anfang März (Ende der zweiten "Sweep"-Periode) zunächst wieder Pause zu machen. Spätestens Ende April sind dann die meisten Serien auch wieder auf Sendung (wobei es schon Mitte/Ende März bis Anfang/Mitte April nochmal einen Block frischer Episoden geben kann) und laufen dann bis zum Finale der TV-Season im Mai auch durch.

Natürlich ist diese "Rechnung" keine absolute Faustregel, hier gibt es natürlich von Sender zu Sender und Serie zu Serie Abweichungen. Zumindest das Grundkonzept der Verteilung von Pausen sollte aber klar geworden sein.

Situation bei Kabelserien

An dieser Stelle sei noch kurz die Situation bei TV-Serien von Kabelsendern beleuchtet. In der Regel sind die Staffeln dort um einiges kürzer, meist zwischen 10 und 13 Episoden. Pausen innerhalb deren Staffeln existieren praktisch nicht, wenngleich es auch vereinzelt Ausnahmen gibt.

Ein Grund dafür liegt dabei auf der Hand: Wie schon gesagt, läuft die TV-Season der Networks in der Regel von Ende September bis Mitte Mai. Den Sommer, wenn praktisch alle Serien Pause machen, haben einige Kabelsender schon früh angefangen zu nutzen, um dort ihr eigenes Programm anzubieten. In die drei vollen Sommermonate Juni, Juli und August haben ohne weiteres Serien mit einem Umfang von 13 Episoden gepasst, ohne dass man sich der Konkurrenz der Networks entgegenstellen musste. Die Zuschauer waren aber trotz des Sommers bereit, sich auf solch eine "verkürzte" Staffel ohne Pause einzulassen und kehrten auch Jahr für Jahr zurück.

Natürlich haben die Kabelsender das erkannt und begannen dann nach und nach, auch in der regulären TV-Season der Networks ihr eigenes Programm zu platzieren. Dabei blieb man dem Konzept, weniger Episoden anzubieten, treu - es hatte sich ja bis dahin auch bewährt. Weiterer Vorteil der kurzen Staffeln war auch, dass sich große Stars einfacher verpflichten ließen, da die Produktionszeit, im Vergleich zum Networkfernsehen, viel kürzer ausfiel und sich bekannte Darsteller so den Rest des Jahres trotzdem ihrer Kinokarriere oder anderen Projekten widmen konnten. Zudem können die meisten Kabelsender dank kürzerer Staffeln ihren Serien auch viel mehr kreativen Spielraum geben, was gerade auch renommierte Darsteller mehr anspricht.

Wie hier auch schon gezeigt (Abb. 1), hat sich dies alles tatsächlich bezahlt gemacht, denn während das Networkfernsehen Marktanteile verlor, gewann das Kabelfernsehen deutlich hinzu.

Fazit

Wie sich aus all dem Gesagten ergibt, werden Pausen innerhalb einer TV-Season von den Networks nicht gemacht, um den Zuschauer zu verärgern. Natürlich erfreuen sie den Zuschauer auch nicht immer, aber wie gezeigt, sind Pausen aus vielerlei Gründen eben doch notwendig. Selbstverständlich sind das allen voran die wirtschaftlichen Erwägungen, aber an dieser Stelle sei auch nochmal festgehalten: Das TV-Business ist ein Geschäft, wie jedes andere auch und da zählt am Ende des Tages nun mal, wie viel Gewinn man erwirtschaftet hat.

Zum Schluss sei noch kurz gesagt, dass ich die große Sommerpause der Networks nicht weiter erwähnt habe. Dass die auch nicht jedem gefällt ist klar, aber seien wir doch mal ehrlich: Bei schönem Wetter hat man besseres zu tun, als jeden Abend vor dem TV zu sitzen. Das ist übrigens auch der Grund, warum es dort überhaupt eine Sommerpause gibt, da man davon ausgeht, dass zu dieser Jahreszeit weniger Menschen vorm TV sitzen. Ob sich diese Praxis nach den Erfolgen der Kabelsender in diesem Zeitraum noch auf Dauer wird halten können, sei an dieser Stelle offen gelassen.

Okay, ich hoffe, ich konnte euch dieses Thema verständlich erklären. Wenn ihr euch dann das nächste Mal darüber ärgert, dass eure Lieblingserie eine Pause macht, denkt wenigstens kurz darüber nach, warum sie das tut. Danach könnt ihr immer noch einen bösen Brief an einen Sender eurer Wahl schreiben oder euch hier im Forum darüber beschweren. ;)
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