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SubOptimal Männlich

Subberman

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Wohnort: Hauptstadt

Beruf: Selbstständig

1

08.10.2008, 11:15

Sprache: Lesen? Wie geht das? - Und was hat das mit Subben zu tun

Und was hat das mit Subben zu tun?

Übersetzen - Schreiben - Lesen

Die Sprache ist das bei
Weitem wichtigste Kommunikationsmittel der Menschen. Sie ist auch nicht auf das Aneinanderreihen von Wörtern zu beschränken. Betonung, Kontext, z.B. kann die Bedeutung ein und des selben Satzes verändern.

Beispiel: "Ich liebe Dich"
"ICH liebe Dich"
"Ich LIEBE Dich"
"Ich liebe DICH"

Eigentlich muss ich gar nicht mehr so viel dazu schreiben. Jedem, der diese Sätze liest, wird sofort deutlich, welche Subtexte allein durch die Betonung transportiert werden.

Auch haben wir es uns angewöhnt, das gesprochene Wort in direkten Gesprächen durch Gesten zu untermalen oder
sogar zu ersetzen. Bestimmt haben sich hier auch schon viele dabei erwischt, wie sie am Telefon nur genickt haben, anstatt mit einem lauten "Ja" zu antworten. Um wie viel schwieriger ist es daher einen geschriebenen Text richtig zu interpretieren?

Beispiel:
"Ich bin gestern nach der Arbeit noch bei Dir vorbei, aber Du warst nicht da."

Als Absender dieser Information wollte ich lediglich mitteilen, dass ich den Empfänger gestern spontan sehen wollte. Jetzt könnte der sich fragen, warum es dann nicht zu dem Treffen gekommen ist. Ich erkläre ihm also, dass er nicht da war, schade, dumm gelaufen.

Der Empfänger liest diesen Satz. Vielleicht ist er gerade mies drauf, Ärger auf der Arbeit oder zu Hause. Vielleicht unbewusst formuliert er im Kopf den letzten Teil in einem vorwurfsvollen Ton und fühlt sich prompt in der Kritik.

Wir sind uns dieses Mangels in der Schriftsprache durchaus bewusst. Als man für die Fernkommunikation nur auf Briefe zurückgreifen konnte, wurden diese meist sehr sorgfältig formuliert, der Schreiber hat nicht selten Tage an einem Brief gesessen. Im
Internet dagegen ist das alles anders. E-Mails, Postings in Foren, kaum jemand macht sich dabei noch die Mühe, seine Sätze sorgsam abzuwägen, wenn es nicht gerade um geschäftliche Korrespondenz handelt. Bei Letzterer erwartet man eben die selbe Sorgfalt, die ich auch bei einem Brief an den Tag legen würde. Aus diesem Grunde ist die Verwendung von Emoticons (Smileys) dort auch verpönt.

Im privaten Mailverkehr sind sie jedoch gang und gäbe. Sie sparen Zeit und sie ersetzen Gestik und Mimik. Und da schließt sich der Kreis, denn auch übermäßiges Gestikulieren und "Zuzwinkern" ist im geschäftlichen Umgang unangemessen, zumindest im deutschen Kulturkreis.

Wie vermeidet man dann solche Missverständnisse beim geschriebenen Wort?

Als Leser sollte man versuchen, nicht mehr Informationen aus einem Text zu holen als dieser tatsächlich bietet. Als Verfasser sollte man immer daran denken, dass der Leser nicht die Gedankengänge nachvollziehen kann, die einen zu der Formulierung veranlasst haben.

"Ich bin gestern nach der Arbeit noch bei Dir vorbei, aber wir müssen uns wohl verpasst haben."

Viele von euch haben sicher von der so genannten PISA-Studie gehört. Dort hieß es unter anderem, deutsche Schüler hätten Probleme mit dem Lesen. Was nicht ganz so bekannt ist, mit Lesen ist hier nicht die eigentliche Technik gemeint. Es geht viel mehr darum die Information aus dem Gelesenen zu filtern, die so genannte Lesekompetenz. Am Deutlichsten ist das bei klausulierter Sprache wie Gesetzestexten oder Vertragsbedingungen. Man liest etwas flüssig, problemlos, doch hinterher steht man da und fragt sich "Hä?". Da geht es nicht nur um Fremdwörter, auch Satzbau und Stil können das Textverständnis auf eine harte Probe stellen.

Wie lesen wir?

Beobachtet man Leseanfänger, ergibt sich oft ein ähnliches Bild. Die Zungenspitze guckt aus dem Mund, der Zeigefinger wandert den Text entlang, und jeder Satz wird Wort für Wort, fast Buchstabe für Buchstabe, durch gegangen. Keine Ahnung, ab wann sich das ändert, aber Erwachsene tun das nicht mehr. Flüssiges Lesen hängt bei uns nicht zuletzt auch vom Wortschatz ab. Wir lesen gar nicht mehr so sehr, wir erfassen ein Gesamtbild des Wortes oder sogar eines ganzen Satzes. Dieses "Bild" wird mit unserem Wortschatz abgeglichen und vom Gehirn interpretiert. Menschen mit einer Leseschwäche haben genau hier ihr Problem, bei der Erfassung dieses
Bildes.

Viele von Euch kennen vielleicht die berühmte Studie der Universität von Cambridge:

Dmcaenh sieplt es kneie Rlole, in welehcr Rngleohfeie die Bsactbehun enies Wrotes shteen.
Nur der esrte und der leztte Bcsbhuate msus am rcigehtin Ptalz sien, und nütialcrh draf
kien Bshbctaue hünufezgigt oedr weasgsgleen wdeern.

Normaler Text

Demnach spielt es keine Rolle, in welcher Reihenfolge die Buchstaben eines Wortes stehen.
Nur der erste und der letzte Buchstabe muss am richtigen Platz sein, und natürlich darf
kein Buchstabe hinzugefügt oder weggelassen werden.


Im Normalfall können wir auch den chaotischen Text relativ flüssig lesen. Das jedoch ändert sich drastisch, wenn in dem Text viele Begriffe vorkommen, die einem nicht so geläufig sind wie beispielsweise veraltete Wörter oder Fachbegriffe.

Wie gesagt, wir lesen nicht mehr, wie am Anfang unser schulischen Laufbahn, wir "erkennen Muster", und das erklärt zwei Dinge, die uns im täglichen Leben immer wieder begegnen:

1. Wir können uns "verlesen"
Ich komme aus einer kleinen Stadt mit rd. 50.000 Einwohnern. Die Bauern in der Umgebung inserieren recht häufig in der Tageszeitung und beim Lesen einer solchen Anzeige, fing meine Mutter mal laut an zu lachen. Der Text war nicht ungewöhnlich, ich hatte ihn schon ein paar Mal gesehen:

"Tragende Jungsauen zu verkaufen"

Okay, so witzig ist es nicht, doch meine Mutter hatte gelesen "Tragende Jungfrauen zu verkaufen".

Die beiden Wörter ähneln sich und der Begriff "Jungfrau" ist einem Nicht-Bauern offenbar geläufiger als "Jungsau". Prompt kam es zu einer Fehlinterpretation in der Mustererkennung.

2. Wir haben Probleme beim Korrigieren eigener Texte.
Auch wenn wir das Textbeispiel lesen können, wir erkennen auf jeden Fall, dass die Wörter falsch geschrieben sind. Das gilt umso mehr für Texte, die wir noch nie vorher gelesen haben. Je vertrauter wir mit einem Text jedoch sind, desto schwieriger wird es, vereinzelte Fehler zu entdecken. Haben wir den Text gar selbst eben erst geschrieben, wird sogar das Finden kapitaler Fehler nicht einfach, geschweige denn das Aufspüren von simplen Buchstabenverdrehern.

Andere Länder, andere Sitten: Übersetzen oder Übertragen?

Bis jetzt haben wir uns nur mit der eigenen Sprache beschäftigt. Doch all dies gilt auch für andere Sprachen, zumindest für die mit einem lateinischen Alphabet. Beim Übersetzen eines Textes muss man vor allem eins, sich in den zwei (Sprach-) Kulturen einigermaßen auskennen.

Ein gutes Beispiel sind die doppelten Verneinungen:

Vor Gericht wird bei Zeugenbefragungen der Satz "Sie sind mit dem Angeklagten weder verwandt noch verschwägert?" gern genommen. Kennt man den Typen tatsächlich nicht, lautet die richtige Antwort "Ja", denn man ist weder verwandt noch verschwägert. Dieser Satz ist aber eine fiese Falle, da sich die Verneinung bereits klammheimlich in der Frage versteckt hat. Normalerweise wissen wir aber doppelte Verneinungen gut zu vermeiden, denn sie bedeutet eine Bejahung, und das wissen wir
eigentlich auch.

Im englischen Sprachraum ist das manchmal anders. In der "Sprachkunst" kann die doppelte Verneinung als Bekräftigung gelten:

Beispiel:
Kid Rock - All Summer Long (Sweet Home Alabama): "We didn't have no internet"

Eine mögliche korrekte Übersetzung wäre: "Wir hatten kein Internet nicht".
Eine mögliche korrekte Übertragung wäre: "Wir hatten überhaupt kein Internet"
Die Verneinung muss also verstärkt werden.

In "unseren" Serien hört man auch häufiger Sätze wie "I don't know nothing!". Da dies in der Hochsprache jedoch als "schlechtes" Englisch gilt, kann darauf auch schon mal die Verbesserung durch das Gegenüber folgen: "I don't know anything!"

Übrigens, es gibt auch im "Deutschen" die doppelte Verneinung als Bekräftigung, allerdings nur noch in Dialekten, zum Beispiel bei Sätzen wie "Des woaß ka Mensch net". Aber weil es sich eben um einen Dialket handelt, wissen wir das meist richtig einzuordnen.

Beim Subben haben wir grundsätzlich zwei Herangehensweisen zu Auswahl:

1. Wir halten uns möglichst dicht am Original und übersetzen soweit es geht 1 zu 1.
2. Wir interpretieren den Text in seinem Zusammenhang und suchen uns dann deutsche Entsprechungen.

Gerade wegen der vorhin genannten Mustererkennung bin ich ein Anhänger der zweiten Methode. Der englische Wortschatz hat zu einem sehr großen Teil lateinische Ursprünge, viel mehr als das im Deutschen der Fall ist. Es ist also nicht sonderlich schwierig, für all diese Wörter ein deutsch-lateinisches Äquivalent zu finden. Doch es ist dann oft "ungewöhnlich" und daher schlechter zu erfassen. Bedenkt man jedoch, wie wenig Zeit oft für eine Untertitelzeile zur Verfügung steht, macht man es dem Leser meiner Ansicht nach nur unnötig schwer wenn man so vorgeht. Daher bevorzuge ich bei Subs gläufige Wörter und gängige Satzkonstruktionen. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen, etwa wenn die "komplizierte" Sprache bewusst als Stilmittel eingesetzt wird oder einfach zum Umfeld des Sprechers gehört. Ein gutes Beispiel ist hier die Serie "House". So bedauerlich das für den Zuschauer/Leser ist, die ganzen Fachausdrücke gehören nunmal dazu.

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick darin geben, wie Sprache und Lesen funktioniert, und warum das gerade für Subber so wichtig ist. Wenn es auch noch ein klein wenig Spaß gemacht hat, kann ich nur sagen: Mission accomplished.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SubOptimal« (08.10.2008, 11:21)

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